Kiel University
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
CAU - seit 350 Jahren ganz weit oben

Das „Who is Who“ der CAU

Die Datenbank der Professorinnen und Professoren an der Christian-Albrechts-Universität wächst beständig. Zum 350. Gründungsjubiläum im Jahr 2015 soll sie online gehen.

Seit Mai 2010 erforscht die Historikerin Swantje Piotrowski am Lehrstuhl für Regionalgeschichte zusammen mit wissenschaftlichen Hilfskräften die Lebenswege von etwa 1.800 Personen, die von etwa 1918 bis 1965 an der Kieler Universität eine Professur innehatten. Hinzu kommen circa 600 Professoren aus der Zeit davor, die in dem Nachschlagewerk von Friedrich Volbehr und Richard Weyl unvollständig erfasst sind. Frauen sind erwartungsgemäß kaum auf ihrer Liste. „Von 1918 bis 1965 lehrten an der Kieler Universität lediglich acht Frauen“, sagt Projektleiter Professor Oliver Auge. Das werde natürlich nicht den Gegebenheiten der heutigen Universität gerecht. „Deshalb bemühen wir uns, auch Professorinnen und Professoren, die nach 1965 an die CAU berufen wurden, mit aufzunehmen.“

Aus Datenschutzgründen sei es aber nur schwer möglich, alle Profs bis zum heutigen Tag zu berücksichtigen. „Der Katalog wird daher zunächst nach 1965 offen ausfransen“, so Auge weiter. „Ziel ist aber, ihn so weit wie möglich in die Jetztzeit zu bringen.“ Diese zweite Projektphase mit rund 6.000 Personen werde aber wohl erst nach dem Unijubiläum starten.

Bis dahin wird das Team um Swantje Piotrowski zu den 1.800 Namen die individuellen Lebensläufe erforschen. „Ein reines Namensregister nutzt überhaupt nichts“, weiß die Historikerin. „Wir wollen ja auch eine Referenz darstellen für diese Daten.“ Daher werde umfassend und weit über den bisherigen Standard von Volbehr Weyl hinausgehend recherchiert. Neben den persönlichen Daten, dem wissenschaftlichen Profil und den Aktivitäten an der Kieler Hochschule sind auch die Personenbeziehungen von Belang, das heißt Eltern, Ehefrau oder auch eine eventuelle akademische Laufbahn der Nachkommen. „Uns interessiert zum Beispiel, ob die Söhne auch einen Lehrstuhl Lehrstuhl an derselben Uni übernehmen oder sogar den gleichen Lehrstuhl des Vaters. Das kommt im 20. Jahrhundert genauso vor wie im 17. Jahrhundert“, hat Piotrowski herausgefunden.

Diese umfassende Analyse der Personen macht den Katalog für spätere Untersuchungen erst wertvoll. „Damit lassen sich zum Beispiel Professorendynastien feststellen, nach dem Motto: "Wer heiratet wen?" oder Berufungs­muster entlarven“, ergänzt Auge. Unter einem Berufungsmuster versteht der Historiker zum Beispiel, wenn ein regelmäßig wiederkehrender Austausch von Professorinnen und Professoren zwischen den immer selben Universitäten, beispielsweise Kiel und Göttingen, erfolgt. Die recherchierten Daten fungieren außerdem als Aushänge schild der CAU, was ihre Vernetzung und die dahinter stehende Forschungsleistung betrifft. Und auch bei brisanten Themen wie der weiteren Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der CAU ist der Katalog sehr hilfreich.

Großen Wert legt das Rechercheteam dabei auf die Qualität der Daten. Zunächst sucht es in der Sekundärliteratur nach den entsprechenden Informationen. Eine wertvolle Quelle sei neben Gelehrtenverzeichnissen zum Beispiel auch die Publikation „Christiana Albertina“. „Wir haben uns außerdem die Mühe gemacht, die Vorlesungsverzeichnisse durchzuarbeiten“, berichtet Piotrowski. Zum Abgleich der Daten erfolge der Blick in die Personalakten, quasi als letzte Instanz. Die Daten werden nach einem einheitlichen Raster erhoben und in das Register aufgenommen.

Präsentiert wird das Verzeichnis zum Jubiläum dank der Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Kommunikationssysteme um Professor Norbert Luttenberger mit aktuellen Technologien des „Semantic Web“. Damit orientiert sich die Konzeption des „Kataloges der Professorinnen und Professoren der Universität Kiel“ an den modernen Anforderungen wissenschaftsgeschichtlicher Forschung und eröffnet gerade im Hinblick auf die Vielzahl weiterer Vernetzungsmöglichkeiten neue Wege zur Institutionen, Bildungs- und Kulturgeschichte. Das Projekt läuft zunächst bis Ende 2015. Die Internetseiten sollen bereits Ende 2014 online gehen, und im April 2015 wird der Katalog anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten in der Universitätsbibliothek öffentlich vorgestellt.

Aufruf zur Mitarbeit an der Datenbank

Die nach 1965 berufenen Personen können in den Katalog der Kieler Professorinnen und Professoren aufgenommen werden, wenn sie ihre Daten zur Verfügung stellen und ihrer Verwendung zustimmen. Professor Oliver Auge und Swantje Piotrowski ermuntern deshalb alle derzeit an der CAU tätigen Profs, an diesem Vorhaben mitzuwirken. Die dazu benötigten Formulare (Einwilligungserklärung, Fragebogen) stehen unter www.uni-kiel.de/cpc zum Download bereit. Wichtig ist, dass diese unterschrieben an die Forschungsstelle „Kieler Professorenkatalog“ übersandt werden. „Natürlich unterliegt die elektronische Präsentation dem Datenschutz, das heißt, Sie behalten das Recht auf Veränderung sowie auf die Löschung Ihrer Daten“, betont Piotrowski.

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